Interkulturelle Kommunikation in der Gesundheitsversorgung – Die aktuellen Herausforderungen meistern (Teil 4 von 4)

27. Juni 2017 at 10:42

Lösungen und praktische Umsetzung in 5 Workshops

Workshop 1: Effektive und effiziente pflegerische Gesprächsführung – Wie kann sie gelingen?

Marlene Sator, EACH-International Association for Communication in Healthcare, Wien, Österreich

Effektive und effiziente Gesprächsführung ist ein zentrales Instrument des pflegerischen Alltags, das entscheidend zum Erfolg des pflegerischen Handelns und zur Zufriedenheit von PatientInnen und Pflegekräften beiträgt. Gerade für internationale Pflegekräfte, deren Arbeitssprache nicht ihre Muttersprache ist, stellt gute Kommunikation manchmal eine Herausforderung im hektischen Pflegealltag dar. Aber: Gerade weil der berufliche Alltag oft von ungünstigen Rahmenbedingungen wie z.B. Arbeitsüberlastung und wenig Zeit geprägt ist, sind gute kommunikative Kompetenzen umso wichtiger. Und: Gute Gesprächsführung ist lernbar.

Die TeilnehmerInnen dieses Workshops sollen für die Bedeutung guter Gesprächsführung sensibilisiert werden, konkrete Kommunikationstechniken kennenlernen und in kurzen Übungssequenzen ausprobieren. Darüber hinaus sollen sie dazu angeregt werden, ihre eigene Gesprächsführung und deren Wirkung neu zu sehen und sich in weiterführenden Workshops in diesen zentralen Aspekt des pflegerischen Handelns zu vertiefen.

Schlüsselworte: Gesprächsführung, Gesundheitskompetenz, Kommunikationstechniken

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Workshop 1: Marlene Sator

Dr. Marlene Sator, Sprachwissenschaftlerin, zertifizierte Kommunikationstrainerin, Psychotherapeutin in Ausbildung unter Supervision, war als wissenschaftliche Mitarbeiterin zum Thema Kommunikation zwischen Gesundheitsberufen und PatientInnen u.a. am Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld, am Institut für Sprachwissenschaft Wien in Kooperation mit dem AKH Wien, und am Universitätsklinikum Heidelberg tätig.

Derzeit ist sie die Österreich-Vertreterin für EACH (European Association for Communication in Healthcare). Seit September 2014 an der Gesundheit Österreich GmbH, Abteilung Gesundheit und Gesellschaft, Arbeitsschwerpunkt Entwicklung und Umsetzung einer nationalen Strategie zur Verbesserung der Gesprächsqualität in der Krankenversorgung.


Workshop 2: Rolle und Aufgaben einer/es Integrationsbeauftragte/n – Erarbeitung einer Tätigkeitsbeschreibung für eine/n Integrationsbeauftragte/n in Krankenhäusern

Katalin Bordi, Agaplesion Frankfurter Diakonie Kliniken, Frankfurt, Deutschland

Für eine erfolgreiche Integration von Mitarbeitern aus dem Ausland ist es unabdingbar die erforderlichen Strukturen aufzubauen und auf organisatorische Rahmendbedingungen zu achten.

Die internationalen Pflegekräfte benötigen während der Ankunftsphase und im Laufe des ersten Jahres intensive Betreuung und Unterstützung. Hierfür sind in den AGAPLESION Einrichtungen so genannte Integrationsbeauftragte (Mentoren) vorgesehen. Zu den Aufgaben der Integrationsbeauftragten gehört es, bereits während der Akquisitionsphase mit den Bewerbern Kontakt aufzunehmen und den Bewerbungsprozess zu steuern. Sie organisieren die Anreise der neuen Kollegen, begleiten diese bei Behördengängen und unterstützen sie bei Startschwierigkeiten.

Die Vorstellungen und Erwartungen der internationalen Fachkräfte und der einheimischen Kollegen und Führungskräften gehen oft auseinander. Der Integrationsbeauftragte fungiert als Bindeglied zwischen den neuen Mitarbeitern, der Geschäftsführung und weiteren Vorgesetzten sowie den unterschiedlichen Verwaltungsbereichen. Sie begleiten die Feedbackgespräche zwischen dem Mitarbeiter und der Führungskraft, wodurch viele potentielle Konflikte aber auch Stärken frühzeitig erkannt und für den Mitarbeiter förderlich gelöst werden können.

Die Teilnehmer des Workshops diskutieren die Rolle und die Aufgaben der Integrationsbeauftragten und als Ergebnis erarbeiten sie eine Tätigkeitsbeschreibung.

Schlüsselworte: Integrationsbeauftragte, Betreuung, Startschwierigkeiten

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Workshop 2: Katalin Bordi

Katalin Bordi, geboren in Siebenbürgen/ Rumänien. Hier lernte sie Krankenpflege und arbeitete erst in Rumänien, dann in Ungarn und zuletzt in Deutschland. Später studierte sie Betriebswirtschaft an der J. W. Goethe Universität in Frankfurt am Main und Health Care Management in Kassel.

Sie arbeitet seit sieben Jahren bei der AGAPLESION gAG als Referentin für Internationales Recruiting und Personalentwicklung. Zu ihrem Aufgabenbereich gehören die Koordination der AGAPLESION Projekte im Rahmen der Gewinnung und Integration von Fachkräften aus dem Ausland und die Zusammenarbeit mit Universitäten im Ausland.


Workshop 3: Interkulturelle Kompetenzen, Strategien und Tipps in der Krankenpflege

Kris van de Poel, Dieter Vermandere, University of Antwerp, Belgien

Kommunikation im Gesundheitsbereich ist ein Balanceakt, vor allem dann, wenn die Berufstätigen eine unterschiedliche Sprache sprechen, einen unterschiedlichen kulturellen Hintergrund mit sich bringen und nicht dieselben Wertvorstellungen teilen. In diesem Workshop werden die Teilnehmer zunächst, basierend auf eigener Erfahrung, die größten Herausforderungen interkultureller Kommunikation im Gesundheitsbereich herausarbeiten.

Materialien und Beispiele von Nursing on the Move dienen als Grundlage um Strategien und Tips heranzuziehen, die die Kompetenzen der Berufstätigen in der interkulturellen Kommunikation stärken sollen. Die Do’s und Dont’s werden herausgearbeitet und mit Daten einer Studie aus dem Jahr 2016 über österreichische Krankenschwestern verglichen. [/wc_toggle]

Workshop 3: Kris van de Poel and Dieter Vermandere

Kris van de Poel is an applied linguist engaging in teaching and research in applied linguistics. She has coordinated and audited projects in the UK, Scandinavia, Eastern and Central Europe, Asia and Africa. She is a professor at the University of Antwerp (Belgium) and an extraordinary professor at North-West University in South Africa.

With a keen interest in communication challenges in professional and academic contexts, her research is applied and data-driven and firmly embedded in Language for Specific Purposes. Currently she is working on professional acculturation and intercultural communication.


Prof. Dr. Dieter Vermandere teaches Italian sociolinguistics, General Linguistics, Language Management and Intercultural communication at the University of Antwerp (Belgium). His research focuses on sociolinguistic variation, Italian dialectology and language management in multilingual settings.


Workshop 4: Szenarien für das Lehren und Lernen mit „Nursing on the Move“

Marilize Pretorius, Elke Ruelens, Christine Fourie, University of Antwerp, Belgien

Online learning bedeutet Herausforderung für Lehrende und Lernende gleichermaßen – verglichen zu dem Lernprozess, der beim traditionellen kommunikativen  Sprachunterricht im realen Klassenraum stattfindet. Jedoch diese Barrieren können unterschiedlich behoben werden. In dem praxisbezogenen, kollaborativen  Workshop werden die TeilnehmerInnen zunächst die verschiedenen Arten von Schwierigkeiten aus unterschiedlichen Perspektiven – anhand von Materialien und Beispielen von „ Nursing on the Move“ erkennen lernen. Wir werden dann gemeinsam eine Fülle von Hilfsmitteln, Strategien, Methoden und Herangehungsweisen erforschen, die kreativ und sinnvoll angewandt werden können, um Lernenden und Trainern beim professionellen Online Spracherwerb zu helfen. Wir werden diesen Workshop mit den zehn goldenen Regeln zum Spracherwerb mit NoM, die von Teilnehmern des NoM Kommunikations-trainingsprogrammes in Italien im Frühling 2017 erstellt wurden, beenden und mit den aktuellen Ergebnissen vergleichen.

Workshop 4: Marilize Pretorius, Elke Ruelens and Christine Fourie

Marilize Pretorius is an academic literacy lecturer at the University of the Free State, South Africa and teaching nursing language and communication skills for the pilot of Nursing on the Move.

Her current research pertains to language and communication training for nursing professionals: how to remain patient-centred by bridging communication gaps caused by language discordance.


Elke Ruelens is a PhD Researcher at the University of Antwerp (Belgium) and language teacher, involved in the Antwerp pilot of Nursing on the Move as trainer.

Her research specialisation is centred on how to foster Learner Autonomy in language and communication training.


Christine Fourie is a lecturer in academic literacy for Nature&Sciences as well as Law students at the University of Stellenbosch. Medical communication training for first year medical students at the University of Stellenbosch, South Africa.

Researcher on online learning behaviour and blended learning environments.


Workshop 5: Tests der Kommunikationsfähigkeiten in der Krankenpflege

Tobie van Dyk, North-West University, Potchefstroom, Südafrika

Mehr Informationen finden Sie hier.

Workshop 5: Tobie van Dyk

Director: Centre for Academic and Professional Language Practice, North-West University, South Africa.

His expertise is in the fields of language testing and language for specific purposes, particularly language for academic purposes and language for occupational purposes.


Weitere Informationen

Das Programm der Veranstaltung finden Sie hier: Programm

Interkulturelle Kommunikation in der Gesundheitsversorgung, Teil 1 von 4 finden Sie hier.

Interkulturelle Kommunikation in der Gesundheitsversorgung, Teil 2 von 4 finden Sie hier.

Interkulturelle Kommunikation in der Gesundheitsversorgung, Teil 3 von 4 finden Sie hier

Veröffentlicht in GI-Mail 07/2017 (Deutsche Ausgabe). Abonnieren Sie GI-Mail hier.

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