{"id":24136,"date":"2019-04-08T14:20:15","date_gmt":"2019-04-08T13:20:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.goinginternational.eu\/wp\/de\/?p=24136"},"modified":"2025-03-05T15:32:56","modified_gmt":"2025-03-05T14:32:56","slug":"8-wochen-rotation-plastische-chirurgie-in-kapstadt-suedafrika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.goinginternational.eu\/wp\/de\/8-wochen-rotation-plastische-chirurgie-in-kapstadt-suedafrika\/","title":{"rendered":"Mein 8-w\u00f6chiges KPJ am Tygerberg Hospital &#8211; Rotation Plastische Chirurgie in Kapstadt, S\u00fcdafrika"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"24136\" class=\"elementor elementor-24136\" data-elementor-post-type=\"post\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-3b7a9b48 elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"3b7a9b48\" data-element_type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-2b8c3747\" data-id=\"2b8c3747\" data-element_type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-1d9f5186 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"1d9f5186\" data-element_type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><em>von Johannes Heinzel.<\/em><\/p><div id=\"attachment_24396\" style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption alignright\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-24396\" class=\"wp-image-24396 \" src=\"https:\/\/www.goinginternational.eu\/wp\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Portraitbild_Heinzel_150px-1.jpg\" alt=\"\" width=\"140\" height=\"187\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/www.goinginternational.eu\/wp\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Portraitbild_Heinzel_150px-1.jpg 150w, https:\/\/www.goinginternational.eu\/wp\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Portraitbild_Heinzel_150px-1-113x150.jpg 113w\" sizes=\"(max-width: 140px) 100vw, 140px\" \/><p id=\"caption-attachment-24396\" class=\"wp-caption-text\">@ Johannes Heinzel, Medizinische Universit\u00e4t Wien<\/p><\/div><p><strong>Die Motivation zum Auslandsaufenthalt<\/strong><\/p><p>Schon seit Beginn meines Studiums war ich mir sicher, dass ich die gro\u00dfen Freiheiten, die das Curriculum der MUW in Hinsicht auf m\u00f6gliche Auslandsaufenthalte im f\u00fcnften und\u00a0sechsten\u00a0Studienjahr bietet, gerne bestm\u00f6glich ausnutzen wollte. Mir ging es dabei besonders darum, andere Kulturen und insbesondere andere Gesundheitssysteme und deren\u00a0Umgang mit kranken Menschen und deren Leid zu erleben. Au\u00dferdem wollte ich die M\u00f6glichkeiten und Begrenzungen der unterschiedlichen Gesundheitssysteme und die Einstellungen, Motivationen und Perspektiven der darin arbeitenden Menschen hautnah miterleben.<\/p><p>F\u00fcr S\u00fcdafrika habe ich mich im Speziellen aus zwei Gr\u00fcnden entschieden: Zum einen hatte ich sowohl mehrere Erfahrungsberichte gelesen, in denen das Arbeiten und Leben in diesem Land als sehr interessant und bereichernd f\u00fcr den Erfahrungsschatz beschrieben wurde, zum anderen hatten mir Freunde und Studienkollegen von ihren eigenen Aufenthalten erz\u00e4hlt. Diese Berichte zeichneten ein ambivalenteres Bild des Landes, sodass mein Interesse noch mehr wuchs.<\/p><p>Der zweite Grund war ein lang gehegter Wunsch einmal im Gesundheitssystem eines Landes zu arbeiten, das im Vergleich zu \u00d6sterreich weniger weit entwickelt und weit weniger umfassend aufgestellt ist, um zu erleben ob und wie man Spitzenmedizin auch ohne \u201eSpitzentechnologie\u201c und mit deutlich geringeren Geldmitteln umsetzen zu k\u00f6nnen vermag. Somit waren meine Erwartungen sehr hoch, da ich mich sehr auf die neuen Eindr\u00fccke und das g\u00e4nzlich andere Arbeiten und Leben am s\u00fcdlichsten Zipfel Afrikas, zwischen Pazifik und Atlantik, freute. Trotz allen positiven Erwartungen war ich nicht allzu optimistisch. Ich hatte unter anderem bereits viel von der hohen Kriminalit\u00e4tsrate mit der hohen Anzahl an Morden und Gewaltverbrechen geh\u00f6rt, wodurch ich wusste, dass ich dort stets deutlich mehr um meine Sicherheit besorgt sein w\u00fcrde, als in Europa. Zudem hatte ich Angst, mich im Rahmen meines Einsatzes im OP oder in der Notaufnahme mit kontaminiertem Instrumentarium oder Nadeln zu verletzen. Der Grund daf\u00fcr ist die Tatsache, dass in S\u00fcdafrika die Rate an HIV-Infizierten in manchen Landesteilen weit \u00fcber 10% liegt.<\/p><div id=\"attachment_24144\" style=\"width: 342px\" class=\"wp-caption alignright\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-24144\" class=\"wp-image-24144\" src=\"https:\/\/www.goinginternational.eu\/wp\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/CampsBay.jpeg\" alt=\"\" width=\"332\" height=\"186\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/www.goinginternational.eu\/wp\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/CampsBay.jpeg 350w, https:\/\/www.goinginternational.eu\/wp\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/CampsBay-150x84.jpeg 150w, https:\/\/www.goinginternational.eu\/wp\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/CampsBay-300x168.jpeg 300w\" sizes=\"(max-width: 332px) 100vw, 332px\" \/><p id=\"caption-attachment-24144\" class=\"wp-caption-text\">@ CampsBay<\/p><\/div><p><strong>Bewerbung und Anmeldung <\/strong><\/p><p>Die Bewerbung f\u00fcr eine 8-w\u00f6chige Rotation an der Klinik f\u00fcr Plastische Chirurgie am Tygerberg Academic Hospital in Kapstadt war einer der langwierigsten und geduldsfordernden Prozesse, die ich jemals f\u00fcr eine Bewerbung durchlaufen habe. In der Theorie l\u00e4uft die Bewerbung recht einfach ab: man schreibt eine formlose Mail an das International Office der Universit\u00e4t unter <a href=\"mailto:intertyg@sun.ac.za\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">intertyg@sun.ac.za<\/a>, erkundigt sich, ob der gew\u00fcnschte Zeitraum der Rotation an der Wunschabteilung noch frei ist und bittet um weitere Informationen bez\u00fcglich der erforderlichen Bewerbungsunterlagen.<\/p><p>Nach einigen Tagen bis Wochen erh\u00e4lt man dann die auszuf\u00fcllenden Unterlagen und Informationen per Mail zugeschickt. Unter anderem muss ein Datenblatt mit pers\u00f6nlichen Informationen, ein Motivationsschreiben, ein Empfehlungsschreiben des Studiendekanats und der Nachweis der ausreichenden Kenntnis der englischen Sprache (TOEFL oder Vergleichbares) per Mail nach Kapstadt geschickt werden. Alles in allem ist es ein mittelm\u00e4\u00dfiger organisatorischer Aufwand, der jedoch f\u00fcr jede\/-n motivierte\/-n Bewerber-\/-in gut zu bewerkstelligen ist. Leider gibt es jedoch einen geh\u00f6rigen Knackpunkt an der ganzen Sache: die Antwortgeschwindigkeit und -motivation der zust\u00e4ndigen MitarbeiterInnen.<\/p><p>Anfangs bekam ich mehrere Wochen lang keine Antwort, woraufhin ich dort angerufen habe. Dann wurde mir versprochen, meine Unterlagen zu sichten und sich dann nochmals zu melden, um mich zu informieren, ob die gew\u00fcnschte Rotation zum gew\u00fcnschten Zeitraum noch zu vergeben w\u00e4re. Wiederum vergingen Wochen ohne jegliche Nachricht aus Kapstadt, also rief ich erneut an und wurde prompt wieder mit der Dame verbunden, mit der ich bereits Wochen zuvor gesprochen hatte. Leider konnte sie sich weder an mich noch an unser Telefonat oder mein Anliegen erinnern, wodurch sich das ganze nervenaufreibende Prozedere nochmals wiederholte. Nach gesch\u00e4tzt 10 Anrufen und ebenso vielen Mails (oftmals ohne Antwort, da scheinbar Mails vom International Office wenn \u00fcberhaupt nur dann beantwortet werden, wenn sie innerhalb der dortigen B\u00fcrozeiten im Posteingang aufscheinen), hatte ich dann aber meine schriftliche Zusage inklusive Einladungsschreiben und Rechnung \u00fcber etwa 800\u20ac im Postfach.<\/p><p>In den 800\u20ac waren etwa 200\u20ac Bewerbungsgeb\u00fchr und 600\u20ac Studiengeb\u00fchr f\u00fcr den 8-w\u00f6chigen Aufenthalt enthalten. In diesem Kontext ist es wichtig zu wissen, dass sich die Studiengeb\u00fchren j\u00e4hrlich um etwa 10% erh\u00f6hen. Will man ein Zimmer in der International Students Lodge auf dem Campus mieten, muss man etwa 300-400\u20ac pro Monat zus\u00e4tzlich einplanen. Dies ist sehr empfehlenswert, da die Anreise zum Spital von au\u00dferhalb nur mit dem eigenen Auto zu bewerkstelligen ist: Eine Anfahrt mit den \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln oder gar mit dem Fahrrad oder zu Fu\u00df ist aufgrund der Sicherheitslage lebensgef\u00e4hrlich.<\/p><p><strong>T\u00e4tigkeit und Arbeitsbedingungen<\/strong><\/p><p>Das Team der Plastischen und Rekonstruktiven Chirurgie am Tygerberg Hospital bestand zum Zeitpunkt meines Aufenthaltes aus 4 Assistenz\u00e4rztInnen, 4 sich t\u00e4glich abwechselnden Ober\u00e4rztInnen mit teils eigener Praxis au\u00dferhalb des Krankenhausbetriebes und dem Chefarzt. Gleich vom ersten Tag an wurde ich als ein \u201evollwertiges\u201c Teammitglied anerkannt und hatte das Gef\u00fchl, als wertvolle Bereicherung und gesch\u00e4tzte Unterst\u00fctzung des Teams herzlich willkommen gehei\u00dfen zu werden.<\/p><div id=\"attachment_24150\" style=\"width: 284px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-24150\" class=\"wp-image-24150\" src=\"https:\/\/www.goinginternational.eu\/wp\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Capetown_Beach.jpeg\" alt=\"\" width=\"274\" height=\"274\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/www.goinginternational.eu\/wp\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Capetown_Beach.jpeg 1600w, https:\/\/www.goinginternational.eu\/wp\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Capetown_Beach-150x150.jpeg 150w, https:\/\/www.goinginternational.eu\/wp\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Capetown_Beach-300x300.jpeg 300w, https:\/\/www.goinginternational.eu\/wp\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Capetown_Beach-1024x1024.jpeg 1024w, https:\/\/www.goinginternational.eu\/wp\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Capetown_Beach-500x500.jpeg 500w, https:\/\/www.goinginternational.eu\/wp\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Capetown_Beach-400x400.jpeg 400w\" sizes=\"(max-width: 274px) 100vw, 274px\" \/><p id=\"caption-attachment-24150\" class=\"wp-caption-text\">@ Capetown Beach<\/p><\/div><p>Die Hierarchie in der Abteilung ist flach, der Chefarzt hatte eine nat\u00fcrliche Autorit\u00e4t aufgrund seiner chirurgischen und fachlichen Kompetenz und wurde von den anderen \u00c4rztInnen als Mentor und Lehrer angesehen, der jederzeit mit Rat und Tat, insbesondere im OP, zur Verf\u00fcgung stand, wenn einer der anderen Chirurgen Hilfe oder Unterst\u00fctzung ben\u00f6tigte. Ich hatte stets das Gef\u00fchl sowohl auf der Station als auch im OP eine gern gesehene und willkommene Hilfe zu sein. Auch um Lehre und Weiterbildung wurde sich sehr gek\u00fcmmert, besonders der Chefarzt versuchte den StudentInnen t\u00e4glich in jeder freien Minute klinisches und theoretisches Wissen zu vermitteln. Zus\u00e4tzlich findet einmal w\u00f6chentlich eine mehrst\u00fcndige Lehrvisite inklusive eines Vortrages zu einem aktuellen klinischen Thema statt.<\/p><p>In der Regel wird in S\u00fcdafrika sehr auf die Einhaltung der Arbeitszeiten (t\u00e4glich etwa 07:30 bis 16:00) geachtet, nur in sehr dringenden Notf\u00e4llen blieben \u00c4rztInnen und PflegerInnen l\u00e4nger. Andererseits kam es aber auch vor, dass eine Krankenschwester im OP, die eigentlich noch die Operation zu Ende instrumentieren sollte, um Punkt 16 Uhr die Abteilung verlie\u00df, da sie an diesem Tag in Urlaub fahren wollte. Gesprochen wurde auf der Station gr\u00f6\u00dftenteils Englisch, teils etwas Afrikaans und einige der anderen 9 Landessprachen S\u00fcdafrikas, mit einem einigerma\u00dfen sicheren Englisch kann man sich aber sicherlich \u00fcberall verst\u00e4ndigen. Ansonsten halfen die Gesundheits- und KrankenpflegerInnen mit Dolmetschen aus. Insbesondere bei PatientInnen, die ausschlie\u00dflich Isixhosa (die mit mehreren Klick- und Schnalzlauten akzentuierte Sprache des Volksstamms der Xhosa) sprechen, ist dies eine absolut notwendige Unterst\u00fctzung. Auf gar keinen Fall sollte man versuchen, diese f\u00fcr Europ\u00e4er sehr exotisch klingende Sprache und deren Laute zu imitieren, was von den Xhosa als schwere Beleidigung und Verunglimpfung ihrer Kultur interpretiert wird.<\/p><p><strong>Arbeitsplatz<\/strong><\/p><p>Das Tygerberg Academic Hospital ist ein staatliches Krankenhaus, das in einer Gegend Kapstadts liegt, die von den Einwohnern der Region nur als \u201ethe arm pit\u201c beschrieben wird, da es sich um einen hoch kriminellen und verarmten Bezirk handelt. Das \u201eTygerberg\u201c mit seinen rund 1400 Betten war w\u00e4hrend des Apartheid-Regimes eines der besten Krankenh\u00e4user S\u00fcdafrikas. Unter der neuen Regierung erh\u00e4lt es jedoch nur noch wenige F\u00f6rdergelder und ist daher sehr rudiment\u00e4r ausgestattet. In vielen Operationss\u00e4len und Stationen bl\u00e4ttert der Putz von den W\u00e4nden, die sanit\u00e4ren Anlagen befinden sich in einem teils sehr maroden Zustand und es gibt sogar Ger\u00fcchte \u00fcber eine ganze Taubenfamilie, die in einem der Operationss\u00e4le leben soll.<\/p><div id=\"attachment_24145\" style=\"width: 344px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-24145\" class=\"wp-image-24145 \" src=\"https:\/\/www.goinginternational.eu\/wp\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Tygerberg-Hospital-eHealthNews-1024x607.jpg\" alt=\"\" width=\"334\" height=\"197\" title=\"\" srcset=\"https:\/\/www.goinginternational.eu\/wp\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Tygerberg-Hospital-eHealthNews-1024x607.jpg 400w, https:\/\/www.goinginternational.eu\/wp\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Tygerberg-Hospital-eHealthNews-1024x607-150x89.jpg 150w, https:\/\/www.goinginternational.eu\/wp\/de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Tygerberg-Hospital-eHealthNews-1024x607-300x177.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 334px) 100vw, 334px\" \/><p id=\"caption-attachment-24145\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Terri Chowles eHealth News, South Africa<\/p><\/div><p>Operationsinstrumente, Naht- und Verbandsmaterial und sogar teils fundamentale Medikamente sind oft nur sehr limitiert vorhanden, weshalb der gewissenhafte Umgang mit den beschr\u00e4nkten Mitteln des Krankenhauses einen der wichtigsten Aspekte der t\u00e4glichen Arbeit darstellt, oftmals im unglaublichen Gegensatz zur Arbeit in europ\u00e4ischen Krankenh\u00e4usern.<\/p><p>Staatliche Krankenh\u00e4user werden in S\u00fcdafrika meist nur von den mittellosen, oftmals dunkelh\u00e4utigen und schlecht gebildeten Bev\u00f6lkerungsschichten aufgesucht, welche sich die Behandlung in einem teuren privaten Krankenhaus nicht leisten k\u00f6nnen. Dementsprechend ist die Notaufnahme des Krankenhauses oftmals die B\u00fchne trauriger Familiendramen, wenn die Verwandten ihre im Township (Slums in den Ausl\u00e4ufern Kapstadts) entweder angeschossenen, mit Messern oder Macheten verletzten oder mit vom Mob als Strafe f\u00fcr Bagatellverbrechen wie Taschendiebstahl gelynchten Angeh\u00f6rigen zur Behandlung bringen.<\/p><p>Und obwohl teils gewisse Barrieren zwischen den oftmals gut gebildeten und ebenso gut verdienenden \u00c4rztInnen europ\u00e4ischer Herkunft und ihren oftmals armen, oft dunkelh\u00e4utigen und erheblich weniger privilegierten PatientInnen sp\u00fcrbar sind, so war doch auch stets gro\u00dfer Respekt der PatientInnen gegen\u00fcber den \u00c4rztInnen wahrnehmbar. Mein Eindruck war deshalb, dass PatientInnen in den Spit\u00e4lern Kapstadts und S\u00fcdafrikas im Allgemeinen eine deutlich reduzierte Anspruchshaltung in Hinsicht auf ihre medizinische Versorgung erheben, vielmehr herrscht oft noch ein in Europa bereits gr\u00f6\u00dftenteils \u00fcberwundenes, patriarchalische Beziehungsbild zwischen Arzt und Patient vor.<\/p><p><strong>Versicherungen <\/strong><\/p><p>Haftpflichtversichert war ich f\u00fcr meinen Aufenthalt in Kapstadt \u00fcber die von der MUW, bzw. \u00d6H abgeschlossenen Haftpflichtversicherung, die jede\/-r Student\/-in automatisch mit Einzahlung des \u00d6H-Beitrages abschlie\u00dft. Eine zus\u00e4tzliche Auslandskrankenversicherung hatte ich im Voraus mit der deutschen \u00c4rzteversicherung abgeschlossen. Bei dieser kann man sich spezifisch f\u00fcr 1, 2 oder alle KPJ-Tertiale im Ausland versichern. Die Planung und Organisation der Auslandskrankenversicherung war schnell und unkompliziert \u00fcber die Interpr\u00e4senz der deutschen \u00c4rzteversicherung.<\/p><p><strong>Kosten f\u00fcr ein 8-w\u00f6chiges KPJ Tertial am Tygerberg Academic Hospital\u00a0<\/strong><\/p><table><tbody><tr><td width=\"305\">Flug (Hinflug und R\u00fcckflug mit Lufthansa):<\/td><td width=\"305\">Ca. 800\u20ac<\/td><\/tr><tr><td width=\"305\">Unterkunft (pro Person)<\/td><td width=\"305\">Ca. 400\u20ac\/Monat<\/td><\/tr><tr><td width=\"305\">Essen und Trinken:<\/td><td width=\"305\">Ca. 300\u20ac\/Monat<\/td><\/tr><tr><td width=\"305\">Transport (Leihwagen):<\/td><td width=\"305\">Ca. 100-200\u20ac\/Monat<\/td><\/tr><tr><td width=\"305\">Studiengeb\u00fchren f\u00fcr 4 Wochen:<\/td><td width=\"305\">Ca. 400-500\u20ac<\/td><\/tr><tr><td width=\"305\">Freizeitaktivit\u00e4ten (Reisen, Safari, Ausfl\u00fcge)<\/td><td width=\"305\">Ca. 200\u20ac\/Monat<\/td><\/tr><tr><td width=\"305\"><strong>Gesamt:<\/strong><\/td><td width=\"305\"><strong>Ca. 3800\u20ac\/8 Wochen<\/strong><\/td><\/tr><\/tbody><\/table><p><strong>\u00a0<\/strong><\/p><p><strong>Relevante Websites<\/strong><\/p><ul><li><a href=\"https:\/\/www.sun.ac.za\/english\/faculty\/healthsciences\/Pages\/International-undergraduate-elective-students0416-5756.aspx\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Tygerberg Academic Hospital<\/a>: International Office des Tygerberg Academic Hospital<\/li><li><a href=\"https:\/\/www.sun.ac.za\/english\/maties\/Documents\/MB,ChB.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Informationsbrosch\u00fcre<\/a>: Informationsbrosch\u00fcre f\u00fcr die an einer Rotation interessierten StudentInnen<\/li><li><a href=\"https:\/\/www.bmeia.gv.at\/reise-aufenthalt\/reiseinformation\/land\/suedafrika\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00d6sterreichisches Au\u00dfenministerium:<\/a>\u00a0Empfehlungen des \u00d6sterreichischen Au\u00dfenministeriums bez\u00fcglich Reisen nach S\u00fcdafrika<\/li><li><a href=\"https:\/\/www.gesundheit.gv.at\/leben\/gesundheitsvorsorge\/reisemedizin\/reiseimpfungen\/afrika\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">N\u00f6tige Impfungen<\/a>: Empfehlungen bez\u00fcglich n\u00f6tiger Impfungen<\/li><\/ul><h6>\u00a0<\/h6><hr class=\"wc-shortcodes-divider wc-shortcodes-item wc-shortcodes-divider-line-single wc-shortcodes-divider-style-solid \" \/><p>Der Erfahrungsbericht von Johannes Heinzel steht\u00a0<a href=\"https:\/\/www.goinginternational.eu\/wp\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Mein-8-woechiges-KPJ-am-Tygerberg-Hospital-\u2013-Rotation-Plastische-Chirurgie-in-Kapstadt-Suedafrika.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>\u00a0zum Download als PDF bereit.<\/p><p><\/p><p>Mehr Information zum Thema\u00a0<a href=\"https:\/\/www.goinginternational.eu\/de\/jobs\/laenderberichte\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Arbeiten im Ausland.<\/strong><\/a><\/p><hr class=\"wc-shortcodes-divider wc-shortcodes-item wc-shortcodes-divider-line-single wc-shortcodes-divider-style-solid \" \/><p><strong>Ver\u00f6ffentlicht in GI-Mail 06\/2019 (Deutsche Ausgabe). Abonnieren Sie GI-Mail\u00a0<a href=\"https:\/\/www.goinginternational.eu\/de\/newsletter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a>.<\/strong><\/p><p><strong><a href=\"https:\/\/www.goinginternational.eu\/de\/newsletter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/www.goinginternational.eu\/img\/gimail_small.gif\" alt=\"\" title=\"\"><\/a><\/strong><strong>Tipp:<\/strong>\u00a0Aktuelle Weiterbildungsangebote zum Thema Medizin und Gesundheit finden Sie laufend online in der\u00a0<a href=\"http:\/\/www.goinginternational.eu\/de\/online-datenbank\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Bildungsdatenbank \u00bbmedicine &amp; health\u00ab<\/a>.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Johannes Heinzel. 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